Das Gemälde und ein Filmloop setzen den Begriff der Liebe
in verschiedene
Kontexte, um ihn in der Zusammenführung der Installation
kollabieren zu
lassen. Von der Liebe in unserem üblichen Verständnis
- Partnerschaft,
Treue, Familie, aber auch Streit, Eifersucht, Betrug etc. -
bleibt nichts
übrig. Zwischen Desillusion und herrischem Anspruch ist
kein Platz dafür.
NURR tritt mit der Installation LOVE in eine Modellkommunikation,
die der
voranschreitenden Individualisierung der Person Rechnung trägt.
Individualität (und so auch Partnerschaft!) lässt
sich heute nicht mehr in
den Sprachen des Allgemeinen, des Wissens, der Moral etc. ausdrücken.
Die
andauernden Wiederholungen des Themas in den Medien (Partner-Tests,
Flirt-Tips, die begehrtesten Singles etc.) können nicht
darüber
hinwegtäuschen, dass ein Abgrund von Inkommunikabilität
im Herzen der
Intimbeziehung und der Individuen entstanden ist. Sie sind vielmehr
der
Indikator dafür. NURR zeigt, dass das alte Konzept der
Liebe "nicht nur eine
Anomalie, sondern eine ganz normale Unwahrscheinlichkeit"
ist und eröffnet
dem Desiderat Liebe mit LOVE eine Kommunikation unter neuen
Vorzeichen.