John Waters erste Gehversuche in der
Fotografie entstanden als Antwort auf eine Anfrage nach einem
Standbild aus seinem Frühwerk Multiple Maniacs (1970).
Obwohl Waters sich genau an den Moment erinnern konnte, in dem
"Divines Gesicht in einem Moment zwischen Vergewaltigung
und göttlicher Eingebung schwankt und er der spirituellen
Bedeutung seines Namens erstmals gerecht wird", gab es
von dieser Szene kein Foto. Folglich entschied Waters, selbst
ein Standbild herzustellen. Er setzte sich mit einer 35mm-Kamera
vor einen Monitor und sah sich das Videoband des Films an. "Ich
habe hunderte Aufnahmen vom Monitor gemacht", sagt Waters,
"und stolperte in die Fotografie in der gleichen Art und
Weise, wie ich schon in den Film gestolpert war."
Das Resultat war sein erstes "ernsthaftes"Kunstwerk,
Divine in Ecstasy (1992).
Divine in Prayer, 1995. Silbergelatin-Fotografien/Silver
gelatine
photographs, 121,3 x 24,9 cm
(Edition von/of 8)
Courtesy Georg Kargl, Wien/Vienna