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18. Juli - 5. September 2004
Paul McCarthy/Mike Kelley


   
 
 


 

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Der Film Heidi, 1992 von Paul McCarthy & Mike Kelley basiert auf eine Performance in Anlehnung an Johanna Spyri´s Novelle Heidi von 1880. Johanna Spyri (1827-1901) debütierte als religiöse Schriftstellerin mit pietistischem Hintergrund. Die Gesamtauflage der Geschichte vom "Naturkind" Heidi, das in den Schweizer Bergen unter der Obhut des Alm-Öhi frei und ungebunden aufwächst, liegt bei 50 Millionen, es existieren allein bis jetzt 15 Verfilmungen. Dieses gebündelte Ergebnis pietistischer Introspektion und regressiver Wunscherfüllungsphantasien haben Paul McCarthy & Mike Kelly in ihrem 60 Minuten langem Kunstfilm Heidi in eine anderen Realität übersetzt. Beide, Kelly und McCarthy behandeln die Faszination der vermeintlichen unschuldigen Welt der Kindheit und drehen diese in ein Szenarium der Repression, Gewalt und des Missverstehens um. Diese sexuell aufgeladenen Aktionen sind theatralisch-drastische Inszenierungen von oftmals tabuisierten Vorgängen und Handlungen wie Geburt und Tod, Koitus, Sodomie und Masturbation, Kindes-misshandlung; häufig verweisen sie auf die patriarchale Familienordnung als einen Ort tiefgreifender Störungen. Eine Parodie auf Autoritätspersonen, feste Familien-beziehungen und starre Begriffe von Sexualität sowie eine gleichzeitige Ironisierung der "amerikanischen Werte".

(Paul McCarthy, *1945, Salt Lake City, Utah,USA, lebt und arbeitet in Los Angeles, California, Mike Kelly, *1954 Detroit, lebt und arbeitet in Los Angeles)
 
  Heidi, 1982. Video, Farbe/Video, colour, 62'39''.
Courtesy Galerie Krinzinger, Wien/Vienna