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Eginald Schlattner, Schriftsteller und Gefängnispfarrer, erlebte in exemplarischer Weise die Schrecken der rumänischen Diktatur. Der Film erzählt von den drei großen Romanen, in denen der in Siebenbürgen lebende Autor seine Erinnerungen festgehalten hat.
Als Angehöriger der deutschen Minderheit in Rumänien erlebte Eginald Schlattner schon als Zehnjähriger die Hinwendung der Siebenbürger Sachsen zum Nationalsozialismus. In Anlehnung an die eigene Kindheit schildert Schlattner in seinem Buch, „Der geköpfte Hahn“, die Versuche eines Jungen, sich im Korsett der Hitlerjugend, vor emotionalen Enttäuschungen zu schützen. In „Das Klavier im Nebel“ erzählt Schlattner von der Liebe zwischen zwei Jugendlichen im Nachkriegsrumänien. Clemens, ein junger Siebenbürger Sachse und Rodica, eine Rumänin scheinen füreinander bestimmt. Doch das junge kommunistische Regime will den ‚Neuen Menschen’ erschaffen; beginnt mit der Unterdrückung aller bürgerlicher Kreise und nationaler Minderheiten. In „Rote Handschuhe“ rekapituliert Schlattner schließlich die zwei Jahre, in denen er als Student, Ende der 50er Jahre, Gefangener der Securitate war. Nach Monaten schwerer Verhöre entschied er sich damals, vom Kommunismus überzeugt, Informationen über mehrere regimekritische Autoren preiszugeben. Das teilweise umstrittene Buch offenbart minutiös den Psychoterror des Geheimdienstes. Seiner Schuld stellt sich Schlattner – auch als Gefangenenseelsorger immer konfrontiert mit Schuld, den Schicksalen von Mördern und unschuldig Inhaftierten. Eginald Schlattners Bücher, verlegt bei Zsolnay Wien und DTV, sind ‚sezierende Spiegel’ der Zeitgeschichte und legen Zeugnis einer radikalen Selbsterforschung ab.
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