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Palais Thurn & Taxis und MAGAZIN4
Di bis So jeweils 12.00 bis 19.00 Uhr
 
 
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Jimmi Durham
       
         


Warum zerstören Sie Dinge? J. D.: Ich zerstöre nicht wirklich Dinge, ich verändere sie, ich verändere ihr Äußeres, wie das jeder Bildhauer tut. Ich habe dieses Verfahren gewählt, weil ich Steine werfen wollte, bis ich wirklich eine Veränderung des Äußeren hergebracht hatte. Ich habe das gewählt, weil ich Steine auf etwas werfen wollte als skulpturale Arbeit, auf ein Objekt allerdings, bei dem niemand Bedenken haben konnte. Ich dachte, wenn ich ein TV-Gerät oder ein Auto steinige, würde sich jeder freuen und sich auf die eine oder andere Art darum kümmern, aber ich glaubte, ein Kühlschrank sei völlig neutral. Das war er auch, bis ich anfing, ihn zu steinigen, da war er plötzlich nicht mehr neutral. Dann wurde er richtig beherzt, so dass ich ihn zuletzt Sankt Frigo nannte, weil er ein Märtyrer war. Er landete auf dem Müll, jetzt ist das etwas für die Ewigkeit, jetzt ist es Kunst. Glauben Sie, dass er zu Kunst wurde, weil etwas Dramatisches geschah oder weil eine gewisse Ironie im Spiel war? Glauben Sie, dass etwas wertvoller und eher ein ewiger Wert wird, weil es ironisch ist oder weil es etwas Dramatischeres reflektiert? J. D.: Wenn ich mir vorstelle, dass ich diesen Kühlschrank in einem Museum sehe, als jemand, der nichts darüber weiß - das ist eine ziemlich blöde Übung, aber ein bisschen kann ich so tun als ob - würde ich eine menschliche Intelligenz wahrnehmen, die diesem Kühlschrank etwas angetan hat, indem sie ihn so oft steinigte. Ich würde es vielleicht weniger Intelligenz nennen, eher ein Menschenwerk oder menschliche Freiheit. Aber ich hoffe, dass ich dann denken würde: "Wie hat der Künstler das gemacht? Hat er Steine geworfen, so viele Steine, auf diesen Kühlschrank? Und wenn, warum hat er das getan?" Dann denke ich vielleicht: "Es ist eine Skulptur, es ist wie das Meißeln an einem Marmorblock." Oder ich denke mir: "Das ist reichlich dämlich, das ist gar nicht intelligent", oder ich gehe weg und frage mich, was das sollte. Das ist es, was ich für Kunst halte. Kunst ist das Nie-ein-Ende-Nehmen der Erfahrungen.

Why do you destroy things? J. D.: I don't really destroy things, I just change them, I change their shape, just like any sculptor does. I chose it because I wanted to throw stones until I got the shape really changed. I chose it because I wanted to throw stones at something as sculptural work, but wanted an object that no one would care about. I thought that if I stoned a TV or an automobile, everyone would be glad and care in some way or another, and I thought that a refrigerator was completely neutral. It was, until I started stoning it and then it wasn't neutral any more. Then it started being brave, so that in the end I called it Saint Frigo, because it was a martyr. It was going into the trash, now it's eternal, now it's art. Do you think that it became art because it passed through something dramatic or because it passed through something ironic? Do you think that it becomes more valuable and more eternal because it is something ironic or because it reflects something more dramatic? J. D.: If I try to imagine looking at this refrigerator in a museum, as someone who doesn't know it--it's a silly exercise, but I can do it a little bit--I would notice human intelligence having done something to this refrigerator, by the fact of stoning it so often. I might not call it intelligence, I might call it human work or human deliberateness. But then I hope I would think: "How did the artist do that? Did he throw stones, that many stones, at the refrigerator? If so, why did he do that?" Then I might think: "It's like sculpture, it's like chiselling a piece of marble." Or I might think: "That's kind of stupid, that's not intelligent," or I might go away wondering what that piece was about. That's what I think art is. Art is in the not ending-ness of the experience.