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Palais Thurn & Taxis und MAGAZIN4
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Edgar Honetschläger
Off Boundaries, 2003. C-Print, 50 x 70 cm      
Two Dimensional, 2003. C-Print, 50 x 70 cm
 
         


Im Bereich der bildenden Kunst hat sich ein Genre herausgebildet, in dem Film als Material und das Kino als Apparat thematisiert werden. Edgar Honetschläger beschreitet einen anderen Weg: er rückt das "Szenische" des Films in den Vordergrund. Der Geruch des Schnees lässt sich deshalb als verräumlichter Film deuten, in dem die Besucher jene "Szenen" betreten, die mit den Quellen seiner filmschaffenden Imaginationen verbunden sind.

Der Rahmenhandlung dieses "Filmes" liegt ein Roman aus dem 11. Jahrhundert, GENJI MONOGATARI, zugrunde. Eine japanische Hofdame beschreibt darin das Leben des jungen Prinzen, der ein junges Mädchen mit der Absicht, sie zur idealen Frau erziehen zu lassen, stehlen lässt. Honetschläger macht diese Geschichte zum Ausgangspunkt einer Installation, die von Liebe,Verlust und dem Versuch ihrer Wiederaneignung handelt. Der Titel dient ihm als poetische Metapher, er ist auch der Name einer jungen Japanerin,Yukika, die er Mitte der 90er Jahre im Chelsea Hotel NY kennen lernte. Diese Begegnung, von der ein Video existiert, inszeniert er ein Jahrzehnt später mit drei Schauspielerinnen neu. Ganz bewusst wird die Tätigkeit als Regisseur ins Blickfeld gerückt, die bis in kleinste Gesten und das Aussehen der Darstellerinnen hineinreicht. Honetschläger inszeniert, indem er existentielle Erfahrungen als Reflexionsanreiz über das Medium Film/Kino nutzt. Seine künstlerische Arbeit wird zum Medium des Filmischen, zur Reflexion über das Kino mit den Mitteln der Kunst.


A genre has developed in the field of the fine arts in which film as material and the cinema as device are a central issue. Edgar Honetschläger takes another path: he moves the 'scenic' aspects of the film into the foreground. The Smell of Snow can thus be interpreted as a film made spatial, in which the visitors enter those 'scenes,' which are tied to the sources of his cinematic imaginations.

An 11th century novel, GENJI MONOGATARI, provides the background story for this 'film.' In it, a Japanese court lady describes the life of the young prince who has a young girl abducted, with the intention of having her educated into the perfect woman. Honetschläger uses this story as the starting point of an installation, which deals with love, loss and the attempt to regain it.The title serves as a poetic metaphor; it is also the name of a young Japanese woman,Yukika, whom he met in the mid 1990s at the Chelsea Hotel NY. He stages this meeting, of which a video exists, a decade later with three actresses. The work as director is consciously brought into focus and reaches as far as the smallest gestures and the appearance of the performers. Honetschläger stages by using existential experiences as a stimulus for reflection on the medium film/cinema. His artistic work becomes a medium of the cinematic, a reflection on the cinema using the means of art.