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Palais Thurn & Taxis und MAGAZIN4
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Jalal Toufic
     
'Âshûrâ': This Blood Spilled in My Veins 95-Minuten-Video, 2002
Al-Hussein, der Enkel des Propheten Mohammed und Sohn des ersten schiitischen Imams Alî, wurde im Jahre 680 zusammen mit vielen Mitgliedern seiner Familie umgebracht. Diese Erinnerung ist eine Qual für mich. Aber man kann grundsätzlich von jeder Erinnerung sagen ?diese Erinnerung ist eine Qual für mich", denn jede Reminiszenz enthält auf einer gewissen Ebene eine Erinnerung an den Ursprung jeder Erinnerung, eben die Qual, die Menschen erleiden müssen, damit sie sich überhaupt erinnern können (Nietzsche). Die Erinnerung, die die jährliche Âshûrâ-Feier wachzuhalten versucht, ist nicht oder nicht hauptsächlich eine an Vergangenes, sondern vielmehr eine Erinnerung an die Zukunft, nämlich eine Erinnerung der Verheißung der Parusie des zwölften Imam, des lang ersehnten Mahdi - ungeachtet des Vergehens von tausend Jahren seit seinem Verschwinden - ebenso wie dem dazu gehörenden Versprechen des schiitischen Zwölfmännerkollegiums, das ihn erwartet. Âshûrâ: die Möglichkeitsbedingung einer ungewöhnlichen Verheißung.
Saving Face 8-Min-Video, 2003
Warteten alle die Kandidatengesichter auf den Plakaten, die während der Kampagne zu den Parlamentswahlen im Jahr 2000 im Libanon an den Mauern angeschlagen waren, auf das Ergebnis der Wahlen? Nein. Sie warteten darauf, das Gesicht wahren zu können. Viel besser als jedes chirurgische Face-Lifting oder eine digitale Retusche war die physische Entfernung eines Teils des Plakats mit dem Gesicht eines Kandidaten darauf, so dass das Gesicht eines anderen Kandidaten darunter partiell erscheinen konnte. Ebenso gut war das Übereinanderkleben der Poster und Fotos, das das effektivste Face-Lifting produzierte und die erfolgreiche Wahrung des Gesichts für alle, die es betraf. In den daraus resultierenden rekombinierten Plakaten erkennen wir einen Aspekt der libanesischen Kultur im Besonderen und der arabischen im Allgemeinen, die den organischen Körper und einen organischen Blick auf den Körper beschmutzend findet, sich aber in anorganischen Körpern enthüllt.


'Âshûrâ': This Blood Spilled in My Veins
95-minute video, 2002.
Al-Husayn, the grandson of the prophet Muhammad and the son of the first Shi'ite imam, 'Alî, was slaughtered alongside many members of his family in the desert in 680. This memory is torture to me. But, basically, one can say "this memory is torture to me" of every memory, since each reminiscence envelops at some level the memory of the origin of memory, the torture that had to be inflicted on humans in order to make them remember (Nietzsche).The memory that the yearly commemoration of 'Âshûrâ' is trying to maintain is not only or mainly that of the past, but the memory of the future, namely the promise of the Parousia of the twelfth imam, the long-awaited Mahdî--notwithstanding the passage of a millennium since his occultation--as well as the corresponding promise of Duodeciman Shi'ites to wait for him. 'Âshûrâ': a condition of possibility of an unconditional promise. ------------ Saving Face 8-minute video, 2003. Were all the candidates' faces posted on the walls of Lebanon during the parliamentary campaign of 2000 waiting for the results of the elections? No. As faces, they were waiting to be saved. Far better than any surgical face-lift or digital retouching, it was the physical removal of part of the poster of the face of one candidate so that the face of another candidate would partially appear under it; as well as the accretions of posters and photographs over each other that produced the most effective face-lift, and that proved a successful face-saver for all concerned. We have in these resultant recombinant posters one of the sites where Lebanese culture in specific, and Arabic culture in general, mired in an organic view of the body, in an organic body, exposes itself to inorganic bodies.
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